Sei lieb und büße (Janet Clark)

Im November stand mir der Sinn nach einem "leichten" Thriller, jedoch nicht nach einem Erwachsenen Psychothriller, die derzeit die Buchhandlungen überschwemmen. Also entschied ich mich mit einem Jugendbuch Thriller für ein Genre, das ich bisher noch nicht ausprobiert hatte.
"Sei lieb und Büße" habe ich aus dem Bauch heraus gekauft. Neugierig gemacht hatte mich der ausgefallene Titel und auch das Cover hat sicherlich seinen Teil zu meinem Kauf beigetragen. Geplant hatte ich zunächst "Schweig still süßer Mund", den Vorgänger dieses Buches, zu lesen. Bei der Zusammenstellung meiner Bestellung habe ich aber versehentlich Buch Nr. 2 gekauft. Das war jedoch nicht weiter schlimm, da beide Bücher Einzelbände sind, die nicht in chronologischer Folge gelesen werden müssen. 


Klappentext 
Sina ist untröstlich. Weshalb musste ihre Familie ausgerechnet von Berlin nach Kranbach ziehen? Der einzige Lichtblick: Die angesagtesten Mädchen der Schule freunden sich mit ihr an und sogar ihr Schwarm Frederik scheint in sie verliebt zu sein. Aber kurz nach ihrem ersten Kuss verunglückt Rik und fällt ins Koma. Sina findet Halt bei ihren neuen Freundinnen – doch sie weiß nicht, dass hinter deren strahlender Fassade ein tiefer, grausamer Abgrund lauert. Plötzlich nimmt ein übles Spiel seinen Lauf, das Sinas schlimmste Albträume wahr werden lässt. Und ein Ende ist nicht abzusehen ...

Meine Meinung
Wie beim ersten Blick aufs Cover und einem zweiten Blick auf die Inhaltsbeschreibung zu erwarten, handelt es sich bei diesem Buch um einen Jugendthriller, der auf Mädchen zugeschnitten ist. Schade, denn mit der Problematik des Internetmobbings hätte man sicherlich auch eine breitere Masse an Jugendlichen ansprechen können. Insgesamt ist die Sprache sehr einfach gehalten und bedient sich vieler Elemente der Jugendsprache. Manche Floskeln wirken gelegentlich deplaziert. Insgesamt ist die Geschichte einfach gestrickt und bietet kaum Überraschungen, ist jedoch durchaus unterhaltsam geschrieben. Wirklich gelungen ist der Wechsel zwischen drei Erzählperspektiven: Allwissender-Erzähler, Ich-Erzähler und Tagebuchform. Spannend wird der Wechsel zwischen den Perspektiven, da man zunächst nicht weiß, welche Person welcher Perspektive zuzuordnen ist. 
Das Spiel ist aus. Die Maus ist tot. Die Katze hat gewonnen.
Die Charaktere sind in ihrer Stereotypie leider farblos gezeichnet und stechen nicht hervor. Es fällt leicht den Übeltäter früh zu entlarven. Dem Spannungsbogen hätte eine spätere Offenbarung gut getan. Die Grundproblematik von Mobbing, insbesondere Cyber-Mobbing ist sicherlich interessant, jedoch wurde die Erklärung für die Beweggründe der "Täter" stiefmütterlich behandelt, wenn nicht sogar außen vorgelassen. Abschließend handelt es sich um ein durchaus unterhaltsames Buch, dem etwas mehr Tiefgang nicht geschadet hätte - auch für einen ("Mädchen"-) Jugendthriller. Mein Bedürfnis in nächster Zeit "Schweig still süßer Mund" zu lesen hält sich in Grenzen.

Weiterfürhende Links
Autorenseite von Janet Clark mit weiteren Informationen zum Buch
Loewe Verlag

Buchinformation

Titel: Sei lieb und büße (Taschenbuch)
Autor: Janet Clark
Seiten: 333
Verlag: Loewe
Preis: 12,00 €
Erscheinungstermin: 2013

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