The Hunger Games (Suzanne Collins)

Eigentlich hatte ich mir nicht vorgenommen die Panem Bücher zu lesen. Thematik und Klappentext konnten meine Neugierde lange nicht wecken und der Kinotrailer bestätigte mich noch in meinem Beschluss diese Trilogie ruhigen Gewissens zu verschmähen.
Im Herbst kam dann wieder einmal der Katalog eines bekannten Buchhändlers ins Haus geflattert. Direkt auf Seite zwei prangte die englische Ausgabe von Panem, "The Hunger Games", als günstige Sonderedition der gesamten Trilogie. Wäre es die deutsche Ausgabe gewesen, hätte ich mich eventuell weniger versucht gefühlt. Da ich gerade auf der Suche nach englischer Unterhaltung in Buchform war, waren meine kläglichen Versuche des Widerstands bald hinfällig. Zwei Tage später zogen die Hunger Games bei mir ein. Ich könne sie ja lesen, wenn der SuB dezimiert ist - oder nein, doch lieber direkt!

Die englische Sonderausgabe gefällt mir optisch besser als das deutsche Pendant: Taschenbuchausgabe, einfache Symbole auf der Front und schlicht in schwarz gehalten. Bei dieser  Sonderausgabe handelt es sich nicht um eine Box im opulent gestalteten Hartkarton sondern  lediglich um einen dünnen Schutzkarton. Da er nicht sonderlich dekorativ ist, verschwindet der Rücken der "Ummantelung" in meinem Bücherregal auch dorthin wo er hingehört: nämlich auf die Wandseite des Bücherregals. Einziges Manko wie so oft bei englischen Taschenbuchausgaben: graue Seiten mit Ökö-Feeling inklusive. Dem Inhalt hat das übrigens nicht geschadet.


 Band 1 - The Hunger Games (Tödliche Spiele)

Inhaltsbeschreibung
In einer fernen Zukunft existieren die USA nicht mehr. Zwölf Distrikte haben sich zum Staat Panem verbündet. Zentrum der Macht ist das Kapitol. Seit einem Aufstand, bei dem sich das Kapitol gegenüber den Distrikten behaupten konnte, werden die Distrikte vom Kapitol unterdrückt und wirtschaftlich ausgebeutet. Zur Erinnerung an die Unterlegenheit der Distrikte finden einmal im Jahr die Hunger Games statt. An diesen müssen aus jedem Distrikt ein zufällig ausgewähltes Mädchen und ein Junge teilnehmen. Die Spiele entscheidet derjenige Tribut für sich, der alle anderen Tribute im Kampf auf Leben und Tod besiegt.
Anstelle ihrer kleinen Schwester, die als Tribut für Distrikt zwölf bestimmt wird, meldet sich Katniss Everdeen freiwillig für die Hunger Games und gibt sich der telemedialen Propaganda des Kapitols preis. Katniss hat nur ein Ziel: für ihre Familie zu überleben. Auch Peeta, der Katniss einst das Leben rettete, wird ausgewählt. Als Katniss begreift, dass ihr Überleben Peetas Tod bedeutet, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Rezension
Zur Qualität des Erzählstils möchte ich mich nicht groß äußern, da Englisch nicht meine Muttersprache ist und manch feine Nuance nicht bis zu meinem teutonischen Sprachverständnis durchdringt. Für mich war der Text einfach gehalten und sehr flüssig zu lesen.
Das Tempo der Geschichte fand ich enorm, was sicherlich auch meinem zügigen Lesetempo bei diesem Buch lag. Wobei das Lesetempo bekanntlich auch bei fesselnden Geschichten höher ist als bei jenen, die ohnehin schon zäh wie Kaugummi sind.
Manchmal folgten mir die Ereignisse fast schon zu schnell aufeinander und ich musste erst einmal durchatmen bevor ich weiterlesen konnte. Ich konnte die Spannung der Hunger Games (zu) gut nachempfinden. Dementsprechend war die Geschichte nicht von der entspannenden Sorte, aber darauf sollte man sich beim Lesen einer endzeitlichen Dystopie nun einmal einstellen.
Nach der Buchbeschreibung in besagtem Katalog hatte ich mit einer Liebesbeziehung gerechnet, die sich durch die drei Bände ziehen würde. Mich hat es positiv überrascht, dass diese Beziehung nicht romantisch verklärt ein Hauptbestandteil der Handlung ist, sondern eher subtil und konfliktreich beschrieben wird, was wiederrum der Authentizität der endzeitlichen Stimmung zu Gute kommt.

Buchinformation

Titel: The Hunger Games (Taschenbuch Box)
Autor: Suzanne Collins
Seiten: 1388
Verlag: Scholastic
Preis: 19,99 €
Erscheinungstermin: 2012






Titel: Die Tribute von Panem (Gebundene Ausgabe Box)
Autor: Suzanne Collins
Seiten: 1280
Verlag: Oetinger
Preis: 39,95 €
Erscheinungstermin: 2012






 Band 2 - Catching Fire (Gefährliche Liebe) 



Inhaltsbeschreibung
Katniss und Peeta haben die Hunger Games zum Missfallen des Kapitols überlebt. Ohne es zu ahnen, wird Katniss durch ihr Aufbegehren gegen die Regeln des Kapitols zur Symbolfigur der Aufständischen. Die Mächtigen des Kapitols fühlen sich von Katniss herausgefordert und fürchten durch ihren Einfluss eine Rebellion der Distrikte. Um die eigene Macht medial zu demonstrieren bestimmt das Kapitol aus jedem Distrikt zwei Tribute, die an den nächsten Hunger Games teilnehmen müssen. Erneut müssen Katniss und Peeta in der Arena um ihr Leben kämpfen. Doch auch die Rebellen waren nicht untätig und haben einen mächtigen Verbündeten gefunden.

Rezension
Das Tempo der Handlung verlangsamte sich in Band zwei zunächst deutlich. Als ich las, dass Peeta und Katniss erneut an den Hunger Games teilnehmen müssen, war ich zunächst enttäuscht. Ich dachte mir zunächst, dass die Autorin es sich zu leicht macht, indem sie ihre gelungene Idee der Hunger Games erneut aufwärmt und befürchtete zu viele Parallelen zu Band eins.
Diese Bedenken konnte ich bald zur Seite schieben. Interessant wurde der zweite Aufenthalt in der Arena vor allem durch die teils sehr verschrobenen Tribute, die als interessante Charaktere mit ihren Eigenheiten und Spleens aufeinandertreffen.
Im Gegensatz zum ersten Band, der vor allem durch die Handlung besticht, lag im zweiten Band die Wichtung über lange Passagen eher auf Seite der Interaktion zwischen den Tributen. Das Spiel mit Vertrauen, Misstrauen und der Bildung von Zweckallianzen machte diese Interaktionen besonders interessant. Spätestens zum Ende der Arena Szenerie wird deutlich, dass die Autorin geschickt auf Wendungen der Handlung hingearbeitet hat, mit denen ich lange nicht gerechnet habe.



Band 3 - Mockingjay (Flammender Zorn)

Inhaltsbeschreibung
Nach langem Zögern erklärt sich Katniss bereit die Rebellen zu unterstützen indem sie der Rebellion als "Mockingjay" ein Gesicht gibt. Erneut wird sie für propagandistische Zwecke instrumentalisiert. Bald beginnt sie am Vorgehen der Rebellen zu zweifeln, sieht aber nur in der Zusammenarbeit mit den Rebellen eine Möglichkeit ihre Familie und Peeta zu retten.

Rezension
Temporeich knüpft Band drei an die Vorgängerbücher an. Manche Szene lag deutlich über meiner "Grausamkeits-Toleranz-Grenze" und nahm mich ganz schön mit. Einerseits stellte ich mir die Frage ob das denn nun wirklich auch noch sein müsse, andererseits wurde ich mitgerissen und überrascht. Insgesamt war mir der dritte Band stellenweise zu kriegerisch und brutal, wobei diese Entwicklung sich gut in die bisherigen Geschehnisse einreiht und nicht aus dem Rahmen der Geschichte fällt. Bedrückt haben mich die fatalistische Entwicklung der Vorkommnisse und die vielen gebrochenen Charaktere. Ein bisschen mehr "Licht am Ende des Tunnels" habe ich mir gelegentlich gewünscht, aber die Autorin hätte der Handlung damit sicherlich keinen Gefallen getan. Sie hat ihre Geschichte knallhart durchgezogen. Richtig so.

Nach Beendigung der gesamten Trilogie fiel es mir schwer von der Geschichte loszukommen. Ich war noch tief von der Handlung beeindruckt und steckte in der düsteren Stimmung der Bücher fest, sodass ich extremes Kontrastprogramm zur "Regeneration" nötig hatte: "Charleston Girl" von Sophie Kinsella.
Dystopien standen bisher nicht auf meiner Bücherwunschliste. Mit Panem hat sich das geändert. Ich bin so begeistert von diesem Genre, dass ich unbedingt weitere Dystopien lesen möchte. Da scheinbar auch die Verlage das Genre für sich entdeckt haben, sollte es nicht allzu schwer sein tolle Dystopien zu finden. Einige stehen nun auch schon auf meiner Wunschliste.

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