Traumklänge (Frederik Hetmann)

Dieses Buch habe ich mir vor wirklich langer Zeit gekauft. Ich hatte gerade keine Bücher direkt ins Auge gefasst und fühlte mich als "Märchentante" vom Buchtitel sehr angesprochen und ja, die wunderschöne Gestaltung sollte ich wohl auch nicht unterschlagen.
Es hat letztendlich doch sehr lange gedauert, bis dieses Buch letztendlich doch noch seinen Weg in meine Hände gefunden hat.

Inhaltsbeschreibung
Eine geheimnisvolle Kugel wurde einst geschaffen um ihrem Besitzer seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Über die Jahrtausende gelangt sie in den Besitz verschiedenster Menschen, deren Geschichten in diesem Roman erzählt werden.


Rezension
Eigentlich lese ich sehr gerne Märchen und versprach mir von dem Titelzusatz „Das längste Märchen, das je gab“ viel; vor allem natürlich märchenhafte Geschichten.
Der Ausgang vieler Geschichten war für mich nach einem immer wiederkehrenden Schema-F zu oft voraussehbar. Häufig endeten sie in einem gewaltbesetzten Fiasko.
Ebenso hat für mich aufdringlich in den Vordergrund gerücktes politisches Gedankengut nichts in einem Märchen verloren. Vielleicht ist für solcherlei Gedanken in einem historischen oder biographischen Roman Platz, doch hier soll schließlich „das längste >>Märchen<<, das es je gab“ erzählt werden.
Viele dieser vermeintlichen Märchen sind mit historischen Informationen überladen. Nur wenigen Geschichten steht wirklich das Prädikat Märchen zu. Viele sind (sehr) frei nacherzählte historische Begebenheiten. Insbesondere an den „neuzeitlichen“ Geschichten gefiel mir nicht die Verwebung von historisch bedeutsamen Persönlichkeiten und dem sphärischen Einfluss der Kugel auf ihren Besitzer. Diese Geschichten habe ich als weit hergeholt und teilweise sogar als inhaltlich wirr empfunden.
Die Charaktere sind oft nur oberflächlich gezeichnet und Ihr Handeln leicht zu erahnen. Mit den wenigsten konnte ich warm werden oder mich zumindest in Ihr Denken und Handeln hineinversetzen.
„Aber selbst wenn sich die Wünsche des Betreffenden nicht erfüllen, wenn er im Leben nur die Hand nach der Frucht am Baum der Wünsche ausstreckt, ohne sie zu pflücken, wird er doch schon auf dem Weg zum Ziel Genugtuung und Glück über sein Suchen und Trachten empfinden."
Gut gefallen hat mir jedoch die Rahmengeschichte, die den Leser durch das gesamte Buch begleitet.
Allerdings würde ich sie nicht als Märchen bezeichnen. Für diese Geschichte hat sich das Lesen durchaus gelohnt.
Insgesamt wurden zu viele Geschichten in diesem Buch erzählt. Mir viel es schwierig den Überblick über die Stationen der Kugel zu behalten. Weniger ist manchmal mehr.
„Wir haben nichts zu fürchten außer uns selbst!"
Durch die künstlerische Gestaltung überzeugt dieses Buch aber umso mehr! Sie ist wirklich märchenhaft und passt immerhin gut zum Titel.
Im Umschlag ist eine Aussparung auf der Frontseite gefertigt, durch die man den eingravierten Titel des Buchkartons sehen kann. Desweiteren besticht das Buch durch eine zweifarbige Gestaltung aus Schwarz und Dunkelrot. Jedes Kapitel wird durch eine kurze Einstimmung und schöne Illustrationen eingeleitet. Ebenso sind die Seitenzahlen ansprechend verziert.
Das Buch selbst ist in Gold gehalten - wie ich feststellen sollte ist aber auch hier nicht alles Gold was glänzt. 
Für mich war die Buchgestaltung vielleicht auch einer der Gründe, weshalb ich mir wesentlich mehr von dem Buch versprochen hatte.
Mein Fazit: diesem Buch liegt eine vielversprechende Idee zu Grunde, deren Umsetzung meinen vielleicht auch zu hohen Erwartungen jedoch nicht gerecht werden konnte. Empfehlen kann ich dieses Buch leider nicht.

Buchinformation

Titel: Traumklänge oder das längste Märchen, das es je gab (Gebundene Ausgabe)
Autor: Frederik Hetmann
Seiten: 528
Verlag: Lübbe
Erscheinungstermin: 2004

Vergriffen

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